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Kinderschutzbund-Präsidentin Andresen: Kinderschutzbund steht an der Seite von Jüdinnen und Juden

Berlin, 09.11.2023. Zum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus erklärt der Kinderschutzbund sich solidarisch mit Jüdinnen und Juden in Israel, Deutschland und weltweit. Jüdische Kinder müssen in Deutschland ohne Angst aufwachsen können.

Am 9. November 1938 brannten in Deutschland Synagogen, Geschäfte von Jüdinnen und Juden wurden überfallen, geplündert, zerstört. Jüdische Menschen wurden erniedrigt, geschlagen, missbraucht und getötet. Das geschah vor aller Augen. Dieser Gewaltausbruch in der Pogromnacht hat insbesondere auch jüdische Kinder und Jugendliche in Angst und Schrecken versetzt.

Heute, am 9. November 2023 und nach zahlreichen antisemitischen Äußerungen, Drohungen und Angriffen der letzten Wochen, stellen jüdische Menschen in Deutschland zu Recht die Frage, ob sie hier sicher sind, ob sie sich auf ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger und den demokratischen Staat verlassen können. Und wieder sind gerade jüdische Kinder und pädagogische Einrichtungen besonders betroffen. Der Weg zur Schule oder das Fußballturnier am Wochenende bereiten den Eltern große Sorgen.

Antisemitismus ist nicht durch Einwanderung nach Deutschland gekommen und daran erinnert alljährlich der 9. November. Antisemitismus bricht sich derzeit in verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und politischen Lagern Bahn.

Kinderschutzbund-Präsidentin Prof. Dr. Sabine Andresen:

„Der Kinderschutzbund stellt sich an die Seite von Jüdinnen und Juden, die auch in Deutschland um die grausam ermordeten Menschen in Israel vom 7. Oktober 2023 trauern und er teilt die große Sorge um das Leben der entführten Geiseln. Diese Menschen, unter ihnen viele Kinder, sind Opfer des terroristischen Überfalls der Hamas. Deren Ziele sind klar: die Zerstörung des Staates Israel, die Vernichtung jüdischen Lebens.

Der Kinderschutzbund ist vor 70 Jahren in der Nachkriegszeit gegründet worden. Eine Phase, in der die große Schuld für die nationalsozialistischen Verbrechen, die in der Deportation und Ermordung von 6 Millionen jüdischen Menschen gipfelte, ausgeblendet und nicht thematisiert wurde.

Heute sind auch die Orts- und Kreisverbände, die Landesverbände und der Bundesverband des Kinderschutzbundes, sind alle seine Mitglieder aufgerufen, nicht nur zuzuschauen, wenn uns Antisemitismus vor Ort und in den öffentlichen Debatten begegnet. Antisemitismus geht uns alle an.“

Der Kinderschutzbund will heute am Gedenktag besonders daran erinnern. Kritik an antisemitischen Äußerungen und Übergriffen ist jedoch an jedem Tag im Jahr nötig. Jeder Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit ist entgegenzutreten. Davon Betroffene benötigen unsere Solidarität, sie benötigen Unterstützung und Beratung. Das gilt im Übrigen auch für muslimische Menschen, die aktuell pauschal verurteilt oder individuell angegriffen werden.

Der Kinderschutzbund – Bundesverband e.V.
Juliane Wlodarczak
Pressesprecherin
Telefon: 030 – 21 48 09 – 20
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